
Bewusste Pausen: Gewinne die Kontrolle über deine Zeit zurück
Oct 20, 2024Ohne Pausen verlieren wir den Fokus und riskieren, uns in unwichtigen Aufgaben zu verirren.
Das Problem ist, dass pausenloses “Beschäftigtsein” uns weniger produktiv und kreativ macht.
Wir müssen Pausen einbauen, um die Kontrolle über unsere Zeit und Energie zurückzugewinnen.
Ich ertappe mich selbst oft dabei, meine Arbeit danach zu bewerten, wie viele Stunden ich gearbeitet habe. Und mehr ist dann natürlich besser.
Aber diese Mentalität rührt noch aus einer Zeit, in der Arbeit am Fließband danach bewertet wurde, wie viele Stückzahlen ein Arbeiter pro Stunde produzieren konnte.
In diesem Kontext waren Arbeiter einfach der Teil der Produktionskette, der noch nicht automatisiert werden konnte, aber nach dem gleichen Maßstab bewertet wurde wie Maschinen.
Heute liegen die Dinge anders. “Knowledge Work” - der Einsatz unserer kognitiven und kreativen Fähigkeiten ist die Quelle unserer Produktivität.
Wir werden nicht nach Zeiteinheiten bezahlt, sondern für die Qualität unserer Ideen und die Größe der Probleme, die wir damit lösen.
Wieviel Zeit wir dafür brauchen ist nebensächlich.
Aber da wir noch keine guten Bewertungsmaßstäbe für “Knowledge Work” haben, fallen wir zurück in die alte Gewohnheit, nach gearbeiteten Stunden zu rechnen.
Das hat viele negative Implikationen, schadet langfristig unserer Produktivität und führt zu Burnout.
Das auffälligste Symptom ist sogenannte “Pseudo-Produktivität”.
“Pseudo-Produktivität” ist das Bestreben, nach außen sichtbar “beschäftigt zu sein”, auch wenn die Aufgaben, denen wir nachgehen, die Lösung des Problems, das wir eigentlich bearbeiten, nicht voran treiben.
Im Folgenden beleuchten wir die Eckpfeiler eines Konzepts, mit dem wir dieser Tendenz entgegentreten können.
1. Pausen steigern die Produktivität und mentale Erholung
Pausen sind nicht einfach Auszeiten – sie sind essenziell für unsere Produktivität.
Erholung ist die Bedingung für Leistung, nicht die Belohnung.
Menschen, die sich bewusst Pausen nehmen, haben nachweislich eine höhere Konzentrationsfähigkeit und schaffen mehr in kürzerer Zeit.
Forschungen zeigen, dass kurze Pausen, wie eine Sporteinheit, Mediation oder ein Spaziergang, die kognitive Leistungsfähigkeit um bis zu 20 % steigern können.
Das gibt uns die Möglichkeit, frische Energie zu tanken und Probleme mit einem klaren Kopf anzugehen.
Viele machen den Fehler, ohne Pausen durchzuarbeiten und fühlen sich am Ende des Tages erschöpft und unproduktiv.
Tipp: Baue bewusst und regelmäßig Pausen in den Arbeitsalltag ein. Optimal sind kurze Spaziergänge. Aber auch ein Atemübung, eine Meditation und ein “Bewegungs-Snack” können den Zweck erfüllen.
2. Vom Fließband zum "Knowledge Worker" – Der Wandel der Arbeitswelt
Unsere Arbeitswelt verändert sich: Wir bewegen uns weg von reiner Effizienz hin zu kreativem Output.
Erfolg misst sich nicht mehr daran, wie viel wir arbeiten, sondern daran, was wir erschaffen.
Die Arbeit im “Fließband-Modus”, bei der wir einfach Tasks abhaken, führt häufig dazu, dass wir zwar viele kleine Aufgaben erledigen, aber die großen, kreativen Durchbrüche verpassen.
Pausen geben uns den Raum, unsere Gedanken zu sortieren und die Kreativität zu fördern, die für nachhaltigen Erfolg notwendig ist.
Erst durch den Abstand, den wir so schaffen, erkennen wir die wesentlichen Hebel, die wir bewegen müssen.
Tipp: Wenn wir mit kreativen Aufgaben betraut sind - und das schließt das Lösen komplexer Probleme ein - dann sollten wir in unserem Kalender feste Zeitblöcke für diese kreative “Denkarbeit” verankert haben. Diese Zeiten sollten uns heilig sein und durch keine mondänen Aufgaben gestört werden.
3. Autonomie als Schlüssel zur Kreativität
Selbstbestimmtes Arbeiten ist ein entscheidender Faktor für kreative Arbeit und langfristige Zufriedenheit.
Wenn wir unsere Pausen und Arbeitsphasen eigenständig planen, können wir uns besser fokussieren und kreative Lösungen finden. Wissensarbeiter, die sich an starren Arbeitszeiten orientieren, machen oft den Fehler, Kreativität mit Produktivität zu verwechseln und setzen sich unnötig unter Druck.
Selbstbestimmte Pausen helfen dabei, Burnout vorzubeugen und die Kreativität zu steigern.
Tipp: Finde heraus, an welchem Punkt deine Produktivität nachlässt. Gewöhnlich sind 90-120min ein realistischer Zeitrahmen, nach dem der Output spürbar nachlässt - aber das ist individuell. Passe deinen Arbeitsrhythmus so weit es geht daran an.
Bonus: Nutze die Pausen für aktive Erholung (Sport, sozialer Austausch etc.)
4. Die Falle der Pseudo-Produktivität
Viele von uns verwechseln Beschäftigung mit Produktivität.
Aufgaben, die uns beschäftigt halten – wie das Beantworten von E-Mails oder das ständige Multitasking – fühlen sich produktiv an, sind es aber oft nicht.
Diese Tätigkeiten erwecken nur den Anschein von Leistung.
Der Fehler vieler Menschen liegt darin, diese Pseudo-Produktivität zu priorisieren und zu glauben, sie würden Fortschritte machen.
Pausen sind eine Gelegenheit, innezuhalten und unsere Aufgaben kritisch zu hinterfragen: Schaffen wir wirklich etwas Wertvolles oder sind wir nur beschäftigt?
Tipp: Selbstreflexion - eine tägliche Routine, den eigenen Tag zu analysieren (am besten schriftlich) hilft dabei, unsere Schwachstellen zu identifizieren und Potenziale zur Verbesserung zu erkennen. Ohne einen solchen fest verankerten Prozess fallen wir schnell in die Gewohnheit, Dinge einfach zu tun, “weil man das schon immer so gemacht hat”.
5. Qualität vor Quantität – Erfolg neu definiert
Die neue Definition von Erfolg liegt in der Qualität unserer Arbeit, nicht in der Quantität.
Kreative, wertvolle Arbeit entsteht nicht dadurch, dass wir uns durch endlose Arbeitsstunden quälen, sondern indem wir unsere Energie gezielt einsetzen.
Pausen ermöglichen es uns, die richtige Balance zu finden und uns auf die Qualität unserer Projekte zu konzentrieren.
Menschen, die stundenlang durcharbeiten, begehen oft den Fehler zu glauben, dass sie dadurch mehr erreichen. In Wirklichkeit führt das nur zu Erschöpfung und einer geringeren Arbeitsqualität.
Tipp: Tracke und überprüfe selbst die Qualität deiner Arbeit. Ab welchem Punkt beginnst du, Fehler zu machen oder mindere Qualität zu erzeugen. Hier liegt dein Limit. Denn oft wird es nötig, diese Ergebnisse nachzubearbeiten oder komplett neu zu gestalten, weil wir vorher Fehler gemacht haben. Mit dem Fokus auf Qualität sparen wir Zeit (in langen Zeitverlauf) und Energie.
6. Natürliche Produktivität für nachhaltigen Erfolg
Produktivität in einem natürlichen Tempo, auch als „Deep Work“ bekannt, ist eine effektive Methode, um nachhaltigen Erfolg zu sichern.
Anstatt durch eine endlose To-Do-Liste zu hetzen, sollten wir unsere Zeit bewusst für Aufgaben mit hohem Mehrwert einteilen.
Pausen sind dabei entscheidend, denn sie geben uns die Möglichkeit, uns neu zu fokussieren und strategisch an unseren Zielen zu arbeiten.
Wer sich bewusst langsamer bewegt, kommt oft schneller ans Ziel, da die Arbeit präziser und effektiver wird.
Tipp: Auch für strategisches Planen sollten fest Zeitblöcke im Kalender freigehalten werden. Das können 15 Minuten am Sonntagabend sein, in denen wir die anstehenden Aufgaben und Zeitblöcke für die kommende Woche ordnen.
7. Karriere-Kapital aufbauen und Kontrolle zurückgewinnen
Wertvolle Fähigkeiten – das sogenannte Karrierekapital – sind der Schlüssel zu mehr Autonomie und beruflicher Kontrolle.
Wer sich auf das Entwickeln solcher Fähigkeiten konzentriert, hat mehr Freiheit, seine Zeit nach eigenen Vorstellungen zu gestalten.
Pausen spielen hier eine wichtige Rolle, da sie uns den Freiraum geben, über unsere berufliche Entwicklung nachzudenken und strategische Schritte zu planen.
Der Fehler vieler ist es, sich in Alltagsaufgaben zu verlieren, anstatt langfristige Karriereziele zu verfolgen. Pausen ermöglichen uns, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren und die Kontrolle über unsere berufliche Zukunft zurückzugewinnen.
Tipp: Feste Lernzeiten - wann investieren wir in unsere persönliche Entwicklung? Wann lesen wir spezifische Literatur, besuchen Seminare etc.? Täglich 10, 15 oder 30 Minuten in die eigene Bildung zu investieren, mag für einen Tag wenig erscheinen. Aber im Verlauf von einem Jahr sind wir ein anderer Mensch.
Indem wir bewusste Pausen als festen Bestandteil unserer Arbeit integrieren, verbessern wir nicht nur unsere Produktivität und Kreativität, sondern auch unsere Lebensqualität.
Hier noch einmal die wesentliche Punkte zusammengefasst:
- Erholung ist die Bedingung für Leistung. Nicht die Belohnung.
- Wir sind “Knowledge Worker”, keine Fließbandarbeiter - die Qualität unserer Ideen zählt, nicht die gearbeiteten Stunden.
- Selbstbestimmte Einteilung unseres Arbeitsrhythmus anhand unserer optimalen Produktivität
- Keine “Pseudo-Produktivität”
- Fokus auf Qualität statt Quantität
- Deep Work - Fokus auf ein natürliches Arbeitstempo und eine singuläre Aufgabe
- Zeit zu lernen - Karriere-Kapital aufbauen
Das war's für diese Woche.
Bis zum nächsten Mal.
- Marcel
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