Excellence Mindset: Der Weg zur Meisterschaft durch Perfektion des Einfachen.

mindset Nov 03, 2024

Was wir von der japanischen Schwertschmiedekunst lernen können

Echte Meisterschaft ist das Streben nach der Perfektion des Einfachen.

Wir alle suchen oft die Lösung für Probleme in Größe, Komplexität, Schein und Effekt. Doch wahre Exzellenz liegt in der Konzentration auf das Wesentliche.

Ich selbst habe diesen Fehler viele Male gemacht, besonders in meiner Funktion als Head Coach in der Basketball Bundesliga. Immer war ich auf der Suche nach der einen Taktik, der geheimen Strategie, die alles ändert.

Das Resultat war oft ein völlig überladenes System, das eher an das “Frankenstein Monster” erinnerte und die Spieler und andere Coaches verwirrte, als ein schlüssiges Konzept.

Dabei habe ich mich immer gefragt, wie die Top Teams ihren Erfolg so einfach aussehen lassen. Und wenn ich Gelegenheit hatte, sie bei ihrer täglichen Arbeit zu beobachten, stellte ich mir oft die Frage: “Ist das wirklich alles? Da muss doch noch mehr sein.”

Aber das war mein Fehlschluss: Ich dachte, Meisterschaft bedeutet mehr und komplexer, während diese Teams die fundamentalen Sachen zur Perfektion brachten.

Meine Perspektive änderte sich erst, als mir ein Buch über die japanische Kultur, das Konzept der “Shokunin” und die Schwertschmiedekunst von einem Freund empfohlen wurde.

Nun ja, die Einsicht kam spät - aber besser spät als nie.

 

1. Meisterschaft liegt in der Reduktion

Es gibt heute eine Tendenz, die uns vorgaukelt, Exzellenz finden wir nur, wenn wir die neueste Technik und die modernsten Methoden anwenden. Und wer die Trends verpasst, wird unwiderruflich abgehängt.

Im Gegensatz dazu steht die japanische Handwerkskunst.

In der japanischen Schwertschmiedekunst dreht sich alles um Präzision und den Fokus auf das Wesentliche.

Ein Katana - das Schwert der Samurai - ist kein überladenes Objekt, sondern das Ergebnis endloser Wiederholungen und präziser Handlungen – jeder Hammerschlag, jedes Härten und Polieren dient nur einem Zweck: Perfektion.

Diese Reduktion auf das Wesentliche erfordert, Unnötiges und Ablenkung auszublenden und sich auf das Notwendige zu konzentrieren.

Wir sollten uns ebenso darauf fokussieren, die Grundlagen unserer Tätigkeit zu beherrschen, statt immer nach dem neuesten Effekt und Hack zu suchen.

Es braucht Geduld und einen Fokus auf Qualität über Quantität.

Konzentration auf die fundamentalen Elemente in unserer Arbeit. Geduld und Präzision sind unsere Werkzeuge auf diesem Weg.

Auch in unserem Alltag sollten wir klare Entscheidungen treffen, um das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen. Statt uns in Details zu verlieren, hilft es, die eigenen Prioritäten festzulegen und Ablenkungen konsequent auszublenden.

 

2. Shokunin: Die spirituelle Seite der Handwerkskunst

Das Konzept des „Shokunin“ geht weit über technische Fertigkeit hinaus. Ein Shokunin sieht seine Arbeit als Berufung und verpflichtet sich, alles zu geben, ohne nach Lob oder Anerkennung von außen zu streben.

Es geht darum, die eigenen Fähigkeiten zu perfektionieren, ohne auf Applaus und Schulterklopfen zu hoffen.

In der Schwertschmiedekunst bedeutet dies, das eigene Ego zurückzunehmen und sich vollkommen der Perfektion des Schwerts zu verschreiben.

Ein Schwertschmied verbringt Tage damit, ein Stück Stahl zu bearbeiten, zu härten und zu falten. Er tut es nicht für Beifall – er findet Motivation im Drang, das bestmögliche Ergebnis zu erschaffen. Für ihn liegt die Erfüllung in der Tätigkeit selbst, nicht in der Anerkennung anderer.

Dieses Ideal können wir auf unsere beruflichen und persönlichen Ziele anwenden: Höchste Qualität durch Hingabe an die Sache, statt Suche nach Anerkennung.

Wie oft jagen wir dem Applaus oder der Anerkennung nach, anstatt uns voll und ganz in die Aufgabe zu vertiefen?

Was, wenn auch wir uns auf diesen Weg begeben und unseren Antrieb aus der inneren Motivation schöpfen, die uns bestmögliche Arbeit abzuliefern, statt auf äußere Bestätigung zu hoffen?

 

3. Das große Ganze meistern

In westlichen Kulturen neigen wir dazu, Projekte und Aufgaben in isolierte Schritte zu zerlegen und das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren.

In der japanischen Schwertschmiedekunst funktioniert das Handwerk hingegen als ein integriertes System: Es geht nicht nur darum, Stahl zu formen, sondern das perfekte Gleichgewicht zwischen Härte und Flexibilität zu erreichen.

Meisterschaft bedeutet, das System in seiner Ganzheit zu verstehen.

Viele von uns fokussieren sich auf isolierte Fähigkeiten oder Wissens-Fragmente, ohne den Zusammenhang erkennen zu wollen.

Im beruflichen Kontext führt dies oft zu einem oberflächlichen Verständnis, das keine nachhaltigen Ergebnisse bringen kann, weil wir die EInzelteile herauslösen und das “Große Ganze” nicht sehen. Der sogenannte “Fach-Idiot” ist das Resultat dieser Mentalität.

Andere Beispiele:

Im Fitnessstudio trainieren wir z.B. isolierte Muskeln, anstatt den Körper als Einheit zu sehen und Muskelgruppen im Zusammenspiel ihrer Funktion zu betrachten.

In der Ernährung beschränken wir unseren Blick nur auf Kalorien oder einzelne Lebensmittel, statt die holistische Gesundheit und unseren Körper als ein ganzheitliches System zu verstehen.

Wir sollten auf die funktionale Integration setzen – die Fähigkeit, die Einzelteile mit ihrer Bedeutung für das ganze System zu erkennen. Zum Beispiel: Training und Bewegungen, sowie die Ernährung, die den Körper als Ganzes stärken.

Lernen wir von den Schwertschmieden: Erst wenn wir das gesamte System verstehen, können wir nachhaltige und fundamentale Verbesserung erzielen.

 

4. Praxis vor Theorie

Ein häufiger Fehler ist, erst alles theoretisch verstehen zu wollen, bevor wir ins Handeln kommen und die Dinge praktisch ausprobieren.

Schwertschmiede lernen durch das Tun – das Wissen und das Gefühl für den perfekten Hammerschlag, das Härten und Abkühlen entstehen durch die Praxis.

Theorie ohne Praxis führt zu Stagnation. Praxis jedoch schafft Erfahrung, die durch die Theorie ergänzt wird - sie aber nicht unbedingt benötigt.

Wir sollten uns Ziele setzen und praktische Erfahrungen sammeln, bevor wir versuchen, alles bis ins letzte Detail zu verstehen und zu zerdenken. Die besten Erkenntnisse kommen oft während des Tuns.

Wenn wir auf Widerstände stoßen, können wir uns das notwendige Wissen für dieses Problem aneignen, ohne in endlosem Theoretisieren zu stagnieren.

Handeln schlägt die Theorie, denn aus der Praxis beziehen wir das Feedback, das uns konkrete Probleme aufzeigt, die wir lösen können.

Die iterative Annäherung – das wiederholte, verfeinernde Handeln – lässt uns Fehler erkennen, uns anpassen und so echte Expertise aufbauen.

 

5. Vertrauen statt Rechtfertigung

In der Zusammenarbeit und Führung ist Vertrauen wichtiger als Erklärungen und Methoden.

Schwertschmiede, die mit ihren Lehrlingen arbeiten, verbringen viel Zeit damit, Vertrauen und Respekt aufzubauen, anstatt ihre Methode zu erklären.

Vertrauen und Autorität ermöglichen eine tiefere und effizientere Form der Zusammenarbeit. Wenn Vertrauen im Team etabliert ist, schaffen wir ein Umfeld, in dem kreative Freiheit gedeihen kann. Dies führt nicht nur zu langfristigem Erfolg, sondern auch zu einem Innovationsgeist, der Exzellenz in der Arbeit hervorbringt.

Viele Manager und Führungskräfte verbringen zu viel Zeit damit, ihre Methoden zu rechtfertigen und zu erklären, anstatt eine solide Vertrauensbasis aufzubauen, die ihre Arbeit langfristig trägt. Sie verheddern sich in technischen Details und vergessen den Menschen auf der anderen Seite.

Wir brauchen vertrauensvolle Beziehungen, um effektiv führen zu können. In Führungsfragen schafft Vertrauen die Grundlage für langfristige Erfolge, die bloße technische Erklärungen nie erreichen könnten.

Ein Mentor oder eine Führungskraft, der vertraut wird, kann nachhaltiger leiten und Unterstützung geben.

 

Wenn wir uns an den Prinzipien der japanischen Schwertschmiedekunst für unser Leben orientieren, lernen wir, das Wesentliche unserer Tätigkeiten in den Fokus zu rücken, statt Effekthascherei zu betreiben.

Das ist der Weg zur Exzellenz - egal für welche Fähigkeit wir uns interessieren.

Indem wir das Einfache beherrschen und durch Hingabe wachsen, schaffen wir wahre Meisterschaft in allem, was wir tun.

 

Bis zum nächsten Mal.

- Marcel

 

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Wenn du Interesse hast, kontaktiere uns und wir vereinbaren ein Gespräch, um uns kennenzulernen und zu verstehen, wo wir dir am besten helfen können.

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