Von Raubbau zu Aufbau: Die wichtigsten Erkenntnisse aus 30 Jahren Trainingserfahrung

mindset training Jul 13, 2024

Wie sich mein Training ab dem 40. Lebensjahr verändert hat

 

Die Wendepunkte meiner Trainingsreise

Ich habe in den letzten 2 Jahren mehr über das Training gelernt und verstanden als in den 25 Jahren davor.

Meine Geschichte in Kurzform (und einige Fragen, die für immer ändern werden, wie du an dein Training gehst):

Ich trainiere seit 30 Jahren: Basketball, Krafttraining, Laufen, Radfahren und Crossfit.

Ich habe schon fast jede Verletzung mitgemacht: Kreuzbandrisse, Kieferbruch, Muskelabrisse usw. usf.

 

Die Lehren aus Verletzungen

Als ich mir vor ca. 2 Jahren zum 2. Mal die Bizepssehne gerissen habe, hat sich etwas Entscheidendes geändert.

Diese Verletzung half mir, meine Sichtweise auf Training endlich zu ändern. Bitter, dass es so lange gedauert hat, aber hier ist, was ich gelernt habe, damit niemand die gleichen Fehler machen muss:

Training war für mich auch immer ein Kampf und ein Test.

Wer hat mehr Willensstärke? Wer hat eine höhere Schmerztoleranz? Wer kann mehr Volumen vertragen?

Es war ein konstanter Vergleich mit anderen und eine Beweisführung, was ich drauf habe, wie sehr ich mich quälen kann.

Ich war mehr oder weniger immer im Wettkampfmodus.

 

Fragen, die dein Training transformieren

Letztendlich hat mein Körper Grenzen der Belastbarkeit. Er hat mir Spielraum gegeben. Und ich habe ihn ausgereizt. Überreizt. Immer wieder.

Eine Verletzung folgte der nächsten.

Reha. Kampf zurück. Den anderen zeigen, dass es noch lange nicht vorbei ist.

Der nächste Kampf…

Nach meiner letzten Verletzung hat es dann endlich klick gemacht und ich fing an, meine Motivation zu hinterfragen. So wie ich bisher trainierte, war es immer etwas für andere. Oder eigentlich  gegen andere. Nie für mich.

 

Von Raubbau zu Aufbau: Ein neuer Ansatz

Also begann ich, ein paar Fragen zu stellen:

  • Warum trainiere ich eigentlich?
  • Hängen meine Identität und Wert an meiner Qualität als Athlet?
  • Macht es Sinn, mich mit anderen zu vergleichen?
  • Wenn ich nur eine Sache durch mein Training erreichen kann, was sollte das sein?

Schnell kamen ein paar Antworten, die nichts mehr mit der Art zu tun hatten, wie ich bisher trainierte. Ich wollte:

  • frei von Beschwerden sein
  • mit Bewegungen und Trainingsformen experimentieren – Spiel, statt Kampf
  • während des Trainings geistig und mental abschalten können 
  • Spaß haben und nicht noch mehr Stress einführen
  • in meine Gesundheit langfristig und nachhaltig investieren

Nachdem das klar war, hat sich meine Herangehensweise an mein Training radikal geändert.

Training ist jetzt ein Mittel, meine Kreativität auszudrücken, verschiedene Wege zu erforschen, meine physische Kapazität zu erhalten und möglichst zu erweitern. Aber nicht um jeden Preis.

Spiel und Spaß sind die maßgebenden Treiber. Dankbarkeit, dass ich jeden Tag Zeit finde, meinen Körper zu bewegen und in ihn zu investieren.

Aufbau statt Raubbau.

Die Frage ist nicht mehr, wie intensiv ich heute trainiere, sondern wie lange ich mein aktuelles Niveau aufrechterhalten kann.

95% des Erfolgs besteht darin, den Weg, den Prozess zu schätzen und zu genießen. Nicht in den Ergebnissen. Diese können sich sehr schnell ändern.

 

Kontinuität, Simplizität und Kreativität

Dafür braucht es 3 Grundpfeiler:

  1. Kontinuität
  2. Simplizität
  3. Kreativität

Was bedeutet das?

1. Kontinuität

Bedeutet für mich Nachhaltigkeit. Kann ich, was auch immer ich tue, noch in 10 Jahren machen? Wenn nicht, macht es dann überhaupt Sinn, damit anzufangen?

Die Zeit, die man braucht, um ein bestimmtes Fertigkeitsniveau zu erreichen, ist definitiv ein Faktor, den es zu beachten gilt. Exzellenz ist immer noch ein hoher Wert für mich. Was ich tue, möchte ich so gut wie möglich tun.
 

 

2. Simplizität

Wenn etwas, was ich tue, auf komplizierte Technik oder perfekte Bedingungen angewiesen ist, ist es sofort anfällig für externe Störfaktoren. Was ich tue, soll möglichst unabhängig von äußeren Umständen und unter allen Bedingungen möglich sein. Das ist die Mentalität, mit der ich heute ins Training gehe:

Keine Dogmen, sondern praktikable und elementare Prinzipien.
 

 

3. Kreativität

Wenn es keine Dogmen gibt, hat meine Kreativität mehr Spielraum. Wie kann ich unter wechselnden Voraussetzungen effektiv und effizient trainieren? Das kann von Tag zu Tag und Woche zu Woche sehr unterschiedlich aussehen. Leitplanken und Grundprinzipien, keine statischen Endziele.

 

Was ich eigentlich sagen will: Die Reise selbst ist das Ziel

Ich bin lange Zielen hinterher gejagt, die mir nicht gutgetan haben. Ich habe diese Ziele lange nicht hinterfragt, sondern einfach immer weiter das Gleiche getan. Tag für Tag.

Der Vergleich mit anderen und die Bestätigung einer Identität, die nur um eine Sache aufgebaut war, hat mein Leben gewaltig aus dem Gleichgewicht gebracht.

Es ist wichtig, regelmäßig innezuhalten und sich zu fragen:

Warum tue ich das, was ich tue, und was ist mir so wichtig daran?

Wenn wir ganz ehrlich mit uns sind, könnte es sein, dass die Antwort uns in eine ganz neue Richtung lenkt.

Und wenn wir einen neuen Weg wählen, dann sollten wir nicht nur an das Ziel denken, sondern jeden Schritt auf diesem Weg genießen.

Denn jede Stufe, die wir nehmen, ist die Chance, eine neue Facette unserer Persönlichkeit zu entdecken.

#InputsOverOutcomes

 

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