
Wolf im Schafspelz: Die Gefahr hoch verarbeiteter Lebensmittel
Jun 23, 2024Die versteckte Bedrohung durch das Kalorienreduktion-Modell und 2 Lösungsansätze
Zucker und verarbeitete Kohlenhydrate machen uns krank und wir merken nicht, wie wir uns jeden Tag damit vergiften.
Und selbst wenn man es weiß, wie kann man im Alltag einordnen, was sinnvoll ist und was wir lieber meiden sollten?
Warum das Kalorien-Reduktions-Modell hinkt
Die meisten Menschen glauben, sie müssten nur den Kalorienkonsum einschränken und würden automatisch abnehmen. “FDH” ist das grundlegende Prinzip. Aber das “Kalorien In vs. Kalorien Out” Modell hat grundlegende Schwächen. Es missachtet, welche hormonelle Wirkung verschiedene Lebensmittel in unserem Körper auslösen. 100 Kalorien aus Snickers sind eben nicht das gleichen, wie 100 Kalorien aus Karotten…
1 Softdrink am Tag erhöht das Risiko an Diabetes zu erkranken um 29%. 2 und das Risiko steigt auf über 50%
Das Gift in unserem Alltag und unseren Vorstellungen
Unsere Ernährung ist überladen mit Kohlenhydraten und Zucker. Die Empfehlungen, die seit ca. 60 Jahren gegeben werden und Fett als den Bösewicht markiert haben, führen zu einer Ernährung, die stark auf Kohlenhydraten basiert.
Die Eliminierung von Fett hat gleichzeitig zu einer starken Reduktion von Eiweiß in den Diäten der meisten Menschen geführt, da die meisten eiweißreichen Lebensmittel eben auch fetthaltig sind. Die Lücke in der Energieversorgung wurde durch Kohlenhydrate ausgeglichen.
Im Schnitt essen wir heute zwischen 250-350 g Kohlenhydrate am Tag.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt 0,8 g Eiweiß pro kg Körpergewicht am Tag, was für einen Erwachsenen mit 70 kg circa 56 g Protein bedeutet. Ein chronische Unterversorgung und ein Missverhältnis.
Einer der stärksten Mechanismen zur Fettansammlung im Körper ist die Wirkung von Insulin.
Insulin wird ausgeschüttet als Reaktion auf einen stark ansteigenden Blutzuckerspiegel. Ein dauerhaft erhöhter Zuckerwert im Blut hat sehr ernste Konsequenzen: die sogenannte Glycation oder Glykierung, bei der Zuckermoleküle sich mit anderen Molekülen “verschmelzen” und so deren Funktion erheblich einschränken kann. Diabetes und andere schwerwiegende Krankheiten wie Alzheimer, Osteoporose, Kardiovaskuläre Erkrankungen und eine erhöhte Entzündungsreaktionen sind die Folge.
Eiweiß und SIF als alternative Pfeiler einer gesunden Ernährung
Stattdessen empfehlen wir eine Ernährung, die sich auf 2 Punkte konzentriert
- Protein
- Wichtig ist hier den individuellen Bedarf zu ermitteln und täglich abzudecken. Timing und Verteilung sind weitere Aspekte, die dabei eine Rolle spielen.
- Ziel ist es, die Muskulatur als funktionelles und stoffwechsel-aktivstes Gewebe zu schützen oder aufzubauen
- Wir empfehlen zwischen 1,8 und 2,2 g Eiweiß pro kg Körpergewicht und ein deutliche Reduzierung der Kohlenhydrate.
- Nebeneffekt: Hungergefühl und Sättigung sind einfacher zu kontrollieren
- Unverarbeitete Lebensmittel / Single Ingredient Food
- Lebensmittel, die nicht oder minimal prozessiert wurden
- zur Erklärung verwenden wir ein 4 stufiges Modell:
Kategorie 1: der Apfel vom Baum (nicht verarbeitet)
Kategorie 2: der geschnittene und geschälte Apfel (minimal verarbeitet)
Kategorie 3: Apfelmus (bereits erheblich verarbeitet, vor allem durch Zucker)
Kategorie 4: Apfeltasche bei McDonalds (ist hier überhaupt noch Apfel drin?)
Wir empfehlen, sich bei der Zusammenstellung der Mahlzeiten zu 80% auf Lebensmittel der Kategorien 1+2 zu konzentrieren.
Die 2 Hauptprobleme, die durch die Verarbeitung entstehen
- Anreicherung von Zucker, um den Geschmack zu erhöhen
- Dabei machen sich Hersteller zu Nutze, dass Zucker das “Belohnungs-Areal” in unserem Hirn stimuliert, das uns gut fühlen lässt (Dopamin).
- Entfernung von Ballaststoffen, um die Textur und Haltbarkeit zu verbessern
- gefrorene Äpfel aufzutauen und zu essen, ist kein Genuss. Apfeltaschen schon…
- Chips regen allein durch das Gefühl auf der Zunge zum Essen an, Gemüse in Rohform eher nicht…
Die offiziellen Empfehlungen für Ballaststoffe schwanken zwischen 15-25 g pro Tag.
Menschen in westlichen Gesellschaften essen weniger als 15, während unsere Vorfahren zwischen 50 und 100 g täglich aßen.
Ballaststoffe spielen eine entscheidende Rolle für die Gesundheit unserer Darmflora und Stoffwechsels. Sie verlangsamen die Resorption der Kohlenhydrate und Zucker, was dazu führt, dass unser Blutzucker weniger steil ansteigt und weniger Insulin ausgeschüttet wird. Der Körper speichert weniger Energie in seinen Fettzellen.
Viele der Krankheiten, mit denen wir heute zu kämpfen haben, sind in Urvölkern wie den Tsimane im Bolivianischen Urwald weitestgehend unbekannt. Ihre Ernährung besteht zu fast 100% aus unverarbeiteten Lebensmitteln. Ja, sie bewegen sich auch mehr als wir. Aber Nachbarstämme, die ein vergleichbares Pensum absolvieren, deren Ernährung aber schon mehr an die der westlichen Gesellschaft angepasst ist, leiden ebenfalls unter den allzu bekannten "Zivilisationskrankheiten".
Der Unterschied ist der Grad der Verarbeitung bei den Lebensmitteln!
Das Wichtigste zusammengefasst:
- Das Kalorien-Reduktions-Modell ignoriert hormonelle Effekte von Lebensmitteln.
- Fettarme Ernährung führt zu einer kohlenhydratreichen und eiweißarmen Ernährung.
- Mit der offiziell empfohlenen Eiweißzufuhr sind wir häufig unterversorgt.
- Insulinreaktion auf hohe Blutzuckerwerte fördert Fettansammlung und Krankheiten.
- Fokus auf proteinreiche, kohlenhydratarme Ernährung mit unverarbeiteten Lebensmitteln.
- Vermeidung von hoch verarbeiteten Lebensmitteln, da diese oft zusätzlichen Zucker und weniger Ballaststoffe enthalten.
- Ballaststoffe verlangsamen Zuckerresorption, verringern Insulinausschüttung und Fettansammlung.
Wann immer du bereit bist, haben wir 3 Möglichkeiten, dir zu helfen:
- unser 1:1 Coaching Programm
- unsere neue FEEL GOOD FITNESS COMMUNITY
- unseren Newsletter, der dir wöchentlich praktikable Tipps und Wissen in unter 5min Lesezeit vermittelt
Wenn du Interesse hast, kontaktiere uns und wir vereinbaren ein Gespräch, um uns kennenzulernen und zu verstehen, wo wir dir am besten helfen können.