Zwischen Regeln, Begrenzungen und Zielen - Der Weg zur Meisterschaft führt über den Zweck

mindset productivity Aug 25, 2024

In dieser Ausgabe unseres Newsletters wollen wir untersuchen, warum es so wichtig ist, zwischen Zielen und Zwecken zu unterscheiden.

Wir werden erörtern, wie ein zu enger Fokus auf messbare Ziele uns in eine Sackgasse führen kann und warum Komplexität und nicht-lineares Denken der Schlüssel zu echter Meisterschaft und Erfüllung sind.

Im Laufe unseres Lebens und unserer Karriere haben wir alle Ziele gesetzt und verfolgt. Ob es sich um berufliche Meilensteine handelt, wie die Erreichung eines bestimmten Umsatzes oder persönlicher Erfolg, wie das Absolvieren eines Marathons – wir sind oft von dem Gedanken getrieben, unsere Ziele zu erreichen. Doch wie oft haben wir uns auf ein Ziel fixiert, nur um festzustellen, dass es, sobald es erreicht wurde, uns nicht die Erfüllung gebracht hat, die wir uns erhofft hatten?

 

Der Unterschied zwischen Zweck und Ziel

Ein Zweck ist das übergeordnete, abstrakte Ziel, das unser Handeln und Denken leitet. Es ist das "Warum" hinter unseren Anstrengungen.

Ein Ziel hingegen ist ein spezifischer, messbarer Meilenstein auf dem Weg zu diesem Zweck.

Ein häufiges Beispiel aus der Fitnesswelt: Der Zweck könnte sein, "stark und gesund zu sein", während ein konkretes Ziel das Heben von 200 Kilogramm im Kreuzheben sein könnte.

Hier liegt die Herausforderung:

Wenn wir uns zu sehr auf ein Ziel fixieren, können wir leicht den eigentlichen Zweck aus den Augen verlieren.

Einem Ziel zuliebe könnten wir Maßnahmen ergreifen, die nicht unbedingt mit unserem langfristigen Zweck im Einklang stehen.

Beispielsweise könnten wir durch den Einsatz von fragwürdigen Methoden wie Steroiden oder übermäßiger Trainingsintensität ein beeindruckendes Ergebnis im Gewichtheben erzielen, aber auf Kosten unserer Gesundheit oder nachhaltiger Stärke.

Für mich selbst kann ich sagen, dass ich immer lieber trainiert habe, weil Training selbst mir Spaß gemacht hat. Ich mag das Gefühl, das ich dadurch bekomme. Und Gesundheit ist einer der wichtigsten Werte für mich.

Wettkämpfe waren nie das Ziel. Sie waren nur Checkpoints, um zu sehen, wo ich stehe und woran ich in Zukunft arbeiten sollte. Sie halfen mir, die Richtung meines Trainings präziser festzulegen, aber waren nie Selbstzweck.

Wenn ich die Wahl habe, dann trainiere ich lieber.

Nach einem Wettkampf bin ich immer direkt wieder ins Training eingestiegen. Ich brauchte keine größere Pause, weil ich kein "Endziel" erreicht hatte und in kein Loch fiel. Ich wollte einfach wieder trainieren und Spaß haben.

Auch während meiner Zeit als Basketball Coach in der 1. Bundesliga war der Prozess des Trainings - eine Mannschaft zu entwickeln - für mich immer wichtiger und reizvoller als die Spiele. Die waren eher ein notwendiges Übel.

Dieses Phänomen lässt sich auch in der Geschäftswelt beobachten. Unternehmen setzen oft spezifische Umsatz- oder Marktanteilsziele, und es wird alles daran gesetzt, diese zu erreichen. Aber was passiert, wenn diese Ziele zu sehr im Vordergrund stehen?

  • Kundenorientierung
  • Produktqualität
  • Innovationskraft

All das wird für das Erreichen kurzfristiger Ziele vernachlässigt.

Am Ende erreicht man vielleicht das Umsatzziel, aber verliert die langfristige Wettbewerbsfähigkeit oder Kundenbindung.

 

Die Gefahr des linearen Denkens

Lineares Denken ist ein Denkansatz, der davon ausgeht, dass es einen direkten Weg von A nach B gibt – je schneller und direkter, desto besser.

Dies scheint intuitiv sinnvoll zu sein, aber in der Realität führt ein solcher Ansatz oft zu einer Verengung des Blickwinkels und verhindert, dass wir alternative Wege oder Lösungen erkennen.

Ein eindrucksvolles Beispiel hierfür ist das Bild von Robotern in einem Labyrinth.

Die Roboter verfolgen ein Ziel – den Ausgang zu finden – und versuchen, sich diesem Ziel auf direktesten Weg zu nähern.

Aber in diesem Bestreben und ihrem linearen Denken laufen sie Gefahr, sich in Sackgassen zu verirren und vielleicht bessere Alternativen zu übersehen.

Dieses Bild ist eine Metapher für unser eigenes Verhalten:

Wenn wir uns zu sehr auf den "geraden Weg" konzentrieren, verlieren wir oft die Flexibilität und das Verständnis für die Komplexität der Situation.

 

Das Leben, so wie die Natur, verläuft selten linear.

Wachstum und Fortschritt folgen oft einer S-Kurve – einer Phase langsamen Beginns, gefolgt von schneller Entwicklung, die schließlich wieder abflacht. Dies trifft auf viele Aspekte des Lebens zu, sei es im beruflichen oder persönlichen Bereich.

Anstatt nur den direkten Weg zu suchen, ist es nachhaltiger, die Vielfalt der Lösungsmöglichkeiten und den nicht-linearen Pfad des Wachstums zu akzeptieren.

 

Komplexität als Schlüssel zur Meisterschaft

Ein einfaches lineares, zielorientiertes Denken mag verlockend sein, aber wahre Meisterschaft entsteht durch Komplexität.

In der Technologie oder in der Natur sehen wir, dass Systeme, die wachsen und sich weiterentwickeln, indem sie an Komplexität zunehmen.

Ein einfaches Beispiel ist der Vergleich eines frühen Computers mit einem modernen: Die Fähigkeit, komplexere Informationen zu verarbeiten, führt zu einer höheren Leistungsfähigkeit.

Ein divergentes Denken, das darauf abzielt, verschiedene Wege und Möglichkeiten zu erkunden, ermöglicht es uns, innovative Lösungen zu finden und uns ständig weiterzuentwickeln.

Wenn wir uns nur auf ein Ziel fokussieren, riskieren wir, unsere Fähigkeiten und unser Potenzial zu begrenzen, indem wir andere wertvolle Alternativen außer Acht lassen.

Indem wir die Vielfalt der Lösungsmöglichkeiten akzeptieren und uns den Herausforderungen stellen, die sie mit sich bringen, entwickeln wir die Resilienz und Innovationskraft, die notwendig sind, um nicht nur zu überleben, sondern auch kontinuierlich zu wachsen.

Das bedeutet, dass wir uns bewusst dafür entscheiden müssen, aus unseren Fehlern zu lernen, sie als Gelegenheiten für Wachstum zu sehen und Begrenzungen (also Spielregeln) daraus ableiten - eine Art “Not To Do Liste” - und sie nicht als Hindernisse, sondern als Chancen zu betrachten.

Ein gutes Beispiel für diesen Ansatz ist das Konzept des "Novelty Search" (Suche nach dem Neuen) in der künstlichen Intelligenz.

Hier geht es nicht darum, ein vorgegebenes Ziel direkt zu erreichen, sondern darum, durch die Erkundung neuer und ungewöhnlicher Wege zu lernen und zu wachsen.

Ähnlich wie der Roboter, der durch ein Labyrinth navigiert, sollten wir unsere Schritte unter der Prämisse von Neuheit und Erkenntnisgewinn wählen, nicht nur auf Basis des direkten Weges zum Ziel.

 

Lernen durch Begrenzungen

Begrenzungen oder Rahmenbedingungen sollten nicht als Einschränkungen betrachtet werden, sondern als gezielte Grenzen, die uns helfen, unsere Energie und unseren Fokus zu kanalisieren.

Sie schaffen einen Raum, in dem wir uns auf das Wesentliche konzentrieren und durch gezielte Erkundung und Experimentieren lernen können.

Ein einfaches Beispiel ist das Lernen einer neuen Fähigkeit, wie das Laufen bei Kindern.

Kinder lernen nicht durch strenge Anweisungen, sondern durch eine natürliche Form von Versuch und Irrtum.

Jede Bewegung, die nicht funktioniert, wird nicht wiederholt

Das Kind entwickelt so nach und nach die Fähigkeit, sich effektiv zu bewegen.

Dieses Lernen durch Begrenzungen (Not To Do´s) ist der Weg zur Meisterschaft – es ist ein fortwährender Prozess des Entdeckens, Verfeinerns und Weiterentwickelns.

Indem wir Begrenzungen bewusst setzen, schaffen wir einen Rahmen, innerhalb dessen wir sicher und effizient lernen können.

Dies kann für uns bedeuten, dass wir uns bewusst entscheiden, uns auf eine bestimmte Fertigkeit oder ein bestimmtes Thema zu konzentrieren und andere Ablenkungen auszuschließen.

Der Schlüssel liegt darin, den Prozess des Lernens als eine Reise zu sehen, bei der jedes Hindernis und jeder Fehler eine Gelegenheit darstellt, dem System Verbesserungen durch weitere “Not To Do´s” hinzuzufügen - mehr Komplexität, mehr Vielfalt.

 

Meisterschaft ist ein Prozess, kein Endpunkt.

Durch das Verstehen des Unterschieds zwischen Zweck und Ziel, das Vermeiden des linearen Denkens, das Akzeptieren von Komplexität und das Lernen durch Begrenzungen können wir nicht nur unsere Ziele erreichen, sondern auch Erfüllung finden.

Meisterschaft in jedem Bereich ist ein Prozess des beständigen Weiter-Lernens und Verbesserns - nicht aber die Fixierung auf ein spezifisches Ergebnis.

- Marcel

 


 

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